Foto: Travis Schneider

Moby veröffentlicht am 28. Mai 2021 sein neues Album „Reprise“

Moby macht Klassik

Ein „ach der nu auch noch!“ kann ich mir an dieser Stelle gerade noch so verkneifen: Moby kündigt ein neues Album an, das auf den Namen „Reprise“ getauft wurde und am 28. Mai 2021 via Deutsche Grammophon erscheinen wird. Damit haben die Sherlocks unter Euch eigentlich schon alle Fakten, um sich zusammenreimen zu können, was da kommt. Der Begriff Reprise wird in der modernen Pop-Musik gerne verwendet, um das erneute Aufgreifen eines musikalischen Themas in spärlich instrumentierter Fassung zu umschreiben. Wenn ein Album so etwas wie DEN Knüllersong (jedenfalls nach Auffassung der Schaffenden) beinhaltet, dann wird zum Ausklang dieses Albums gerne mal eine akustische, reduzierte und/oder orchestrale Fassung dieses Songs bereitgestellt.

Im Falle von Moby ist „Reprise“, das beim Klassiklabel von Universal Music erscheint, im Prinzip nichts anderes als ein Klassikalbum, das Hits von Moby in entsprechend umgemodelter Form bieten wird. In der Pressemitteilung von Universal Music heißt es: „Einige seiner bekanntesten Rave-Klassiker und -Hymnen hat er jetzt für Orchester und akustische Instrumente arrangiert und gemeinsam mit dem Budapest Art Orchestra eingespielt. Es begleiten ihn Alice Skye, Amythyst Kiah, Apollo Jane, Darlingside, Deitrick Haddon, Gregory Porter, Jim James, Kris Kristofferson, Luna Li, Mark Lanegan, Mindy Jones, Nataly Dawn, Skylar Grey und Víkingur Ólafsson.

Der erste Track ist nun zu hören: »Porcelain« mit Jim James (My Morning Jacket).

Reprise bietet Mobys erfolgreichste Tracks – »Go« zum Beispiel, »Extreme Ways« (einst zu hören in den Actionfilmen Bourne), »Natural Blues« oder »Why Does My Heart Feel So Bad?«. Manche dieser Fassungen sind jetzt sparsamer, langsamer, andere schöpfen das fulminante Potenzial eines Orchesters aus. Drei Jahrzehnte nach Mobys Karrierebeginn ist Reprise weniger eine Greatest-Hits-Platte als vielmehr ein Nachdenken darüber, wie sich Kunst im Lauf der Zeit an unterschiedliche Settings und Zusammenhänge anpassen kann.

Moby erklärt: »Es mag selbstverständlich klingen, doch für mich liegt der Sinn und Zweck von Musik im Vermitteln von Emotionen, im Teilen eines Aspekts der menschlichen Verfassung mit jemandem, der gerade zuhört.« Warum ein Orchester? »Ich sehne mich nach der Einfachheit und Verletzlichkeit, die man mit akustischer oder klassischer Musik erreichen kann.«

Das Reprise-Projekt begann, als Moby zu seinem ersten Klassikauftritt eingeladen wurde, einem Livekonzert seiner Musik mit seinem Freund Gustavo Dudamel und dem Los Angeles Philharmonic in der Walt Disney Concert Hall, das war im Oktober 2018.

2021 beginnt ein neues Kapitel für den Künstler, und es wird aufregend. Reprise und der Dokumentarfilm MOBY DOC kommen heraus. Regie und Schnitt des Films lagen in den Händen von Rob Bralver. Vertrieben wird MOBY DOC von Greenwich Entertainment. Am 28. Mai kommt der Film in die Kinos oder liegt auf digitalen Plattformen bereit. MOBY DOC ist ein surreales Biopic, in dem Moby über seine außerordentliche Musik und sein turbulentes Leben nachdenkt – seinen Weg vom Underground-Punker in einer Band zum Chartstürmer als Solokünstler, vom verlorenen Süchtigen zum veganen Aktivisten. Es ist ein Mix aus Re-Enactment und Archivmaterial und enthält Interviews mit David Lynch und David Bowie sowie seltene Konzertmitschnitte. Ungeschminkt erzählt Moby auch von seiner traumatischen Kindheit.

Ungeachtet der Tatsache, dass ich bei mir selbst so langsam eine Sättigung erreicht habe, was dieses „wir machen unsere Hits jetzt mal klassisch“-Gemache angeht, so kann ich mir dennoch gut vorstellen, dass im Vergleich zu manch anderen Mitbewerbern Mobys Song im klassischen Gewand sehr gut funktionieren. Falls Ihr Euch einen ersten Eindruck verschaffen möchtet, bitte gerne:

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Erscheinungsdatum
28. Mai 2021
BAND/KÜNSTLER:IN
Moby
ALBUM
Reprise
LABEL
Deutsche Grammophon
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