Foto: Roman Jasiek / Music Evangelists

micdrops: Enno Bunger gründet Startup für ein besseres Erlebnis bei Streaming-Konzerten

Hohe Audioqualität, geringe Latenz

Kunst und Kultur gehören zu den Bereichen unserer Gesellschaft, die von der Pandemie und den damit einhergehenden Begleiterscheinungen mit am meisten in den Hintern gekniffen wurden. Wer sich nur im Ansatz dafür interessiert wird mitbekommen haben, wie so viele Künstler:innen, Veranstalter:innen, Betreiber:innen von Clubs usw. ums finanzielle Überleben kämpfen. Wenn das alles hier vorbei ist, werden wir hier vermutlich nicht mehr die gleiche Vielfalt haben wie es vor der Pandemie der Fall war, fürchte ich. Nun will ich aber gar nicht in Schwarzmalerei verfallen sondern das Augenmerk auf etwas lenken, das vor allem für Bands und Musiker:innen interessant sein dürfte und ihnen in dieser Zeit eine Möglichkeit bietet, den Kopf besser über Wasser zu halten.

Der mir hoch geschätzte Enno Bunger hat sich mit einem Software-Entwickler zusammengetan und ein Startup gegründet, das für alle Beteiligten – also von Macher:innen bis Konsument:innen – das Erlebnis „Streaming-Konzert“ deutlich verbessern dürfte. Nun sagt Ihr vielleicht, ja wieso es gibt doch schon Lösungen wie Zoom oder Skype oder dergleichen – warum also noch eine weitere Software auf den Markt werfen? Ganz einfach: weil bei micdrops, so der Name dieses Startups und der damit verbundenen Lösung, das Konzerterlebnis im Vordergrund steht. Enno Bunger hat den Start von micdrops gestern unter anderem bei Facebook verkündet, ich zitiere nachfolgend sein Posting:

Hilfe, wir haben ein Startup gegründet!

Weil es das noch nicht gab & ich Bedarf sah, hab ich mich mit Softwareentwickler Timo Mämecke zusammengetan und wir haben eine Art „Zoom für Künstler:innen“ entwickelt, in hoher Audioqualität:
Micdrops

Mich störte die schlechte Tonqualität der üblichen Konferenztools, mich störten auch die 7-15 Sekunden Latenz bei Onlinestreams über Insta, Youtube, Twitch usw, wo man dann ja doch nie so wirklich #livelive streamt.

Wir haben uns gewundert, dass es das tatsächlich noch nicht gibt und das nun selbst gebaut. Über micdrops könnt Ihr live bidirektionale Konferenzen veranstalten, in sehr guter Tonqualität: stereo, 2x 256kpbs.
Ihr könnt bei einer Latenz von <1 Sekunde #Konzerte spielen, #Onlineunterricht geben, Talkrunden & Watchparties veranstalten. Künstler:innen & Publikum können sich sehen, interagieren, sich endlich wieder ins Wort fallen – #MarkusLanz würde es lieben!

Das alles kann parallel in einem Event über mehrere Räume aufgeteilt passieren. Wir möchten mit #micdrops einen Baukasten anbieten, mit dem sich Kulturschaffende Ihre eigenen digitalen Konzerträume oder gleich ganze digitale Festivals gestalten, organisieren und auch abrechnen können.

Ich selbst habe nun schon über 90 #Privatkonzerte über #micdrops gespielt. Mein Publikum liebt’s, ich komm dadurch emotional & finanziell gut durch die Pandemie. Wir glauben, dass es vielen anderen Künstler:innen & Pädagog:innen, auch langfristig, nicht nur in diesen Zeiten, eine Hilfe zur Selbsthilfe sein kann. Aktuell nutzen einige Kolleg:innen micdrops bereits, um Konzerte zu spielen oder zum Unterrichten. Schon bald könnt Ihr Events und Onlineunterricht auch direkt über unsere Seite buchen.
Wir sind natürlich noch ganz am Anfang, haben aber schon jetzt sehr viel Arbeit, Zeit und auch Geld investiert, um das möglich zu machen. Daher würden wir uns wahnsinnig über Eure Unterstützung freuen:
Wenn Ihr interessiert seid, schreibt uns. Meldet Euch im Newsletter unten auf der Seite an. Folgt uns auf unseren Profilen.

Jeden Freitag zeige ich die Plattform live. Meldet Euch, wenn Ihr bei einer Demo dabei sein wollt. Wenn Ihr Ideen habt, uns unterstützen möchtet oder Musiker:innen kennt, denen es helfen könnte, erzählt es ihnen weiter. Teilt gerne diesen Beitrag – wir können jede Unterstützung gebrauchen, sind offen für Zusammenarbeit und für jeden Tipp & jeden Post sehr, sehr dankbar!

Schönen Sonntag, bitte geht wählen in BW und RLP, und bitte bleibt negativ! Freu mich!
Enno

Ich würde einen Kasten Bier als Wetteinsatz bei folgender Wette in den Raum stellen: Corona wird irgendwann durch sein, Streamingkonzerte aber werden bleiben. Natürlich werden wir, sobald es wieder gefahrlos möglich ist, zu echten Konzerten pilgern weil einfach nichts dieses Live-Gefühl ersetzen kann. Und doch habe ich inzwischen zu vielen Streaming-Konzerten beigewohnt (zum Beispiel eben auch denen von Enno auf seiner World Wide Web-Tour im vergangenen Jahr, Adam is a Girl im Rahmen der CUBEsessions oder zuletzt Mike Garson’s A Bowie Experience), zu viele wirklich gute Ideen umgesetzt gesehen, als auch nur im Ansatz zu vermuten, dass dieses Format wieder verschwindet. Meines Erachtens ist hier eine neue Konzertform entstanden, die künftig wenigstens immer mal wieder als Alternative oder Zusatz ins Spiel kommen wird. Und ich habe das Gefühl, dass dieses micdrops einen Teil dazu beitragen wird. Den Musiker:innen, die unseren Blog lesen, sei eine nähere Beschäftigung mit dem Thema daher ans Herz gelegt.

Hier gelangt Ihr zur Webseite von micdrops: