Foto: Basscalate

Basscalate – Bass Bitch

Bass, Bass, wir brauchen Bass - und Inhalt

2020 war bekanntlich geprägt von Lockdown und nochmal Lockdown. In Ermangelung von geöffneten Konzertbühnen wurden so manche Musiker:innen kreativ und schlossen sich in ihre Studios ein. Im Falle der Hannoveraner von Synthattack kam dabei ein neues Nebenprojekt namens Basscalate heraus.

Synthattack stehen für eine eher harte Interpretation von Dark Electro. Viel Bass, viel Synthlead, einfache, aber eingängige Hooklines und viel Effekt auf den männlichen Vocals. Ein Nebenprojekt sollte immer einen anderen künstlerischen Einschlag nehmen als das Hauptprojekt, denke ich. Dies ist mit Basscalate definitiv gelungen. Der Bandname lässt zwar etwas krachiges erwarten, aber Julia und Martin haben sich für eine eher tanzbare und mehr im Bereich Electro angelegte Variante entschieden. Der größte Unterschied zu Synthattack ist jedoch der Einsatz von vermehrt weiblichen Vocals. Martin hält sich sehr dezent im Hintergund und selbst seine sonst so stark verzerrte Stimme fällt weg.

Der Titeltrack „Bass Bitch“ ist ein treibender Electrotrack. Der Fokus liegt auf Bassdrum, Bassline, ein paar Synthies und Julias Vocals. Ein Song für die Tanzfläche, wo er auch sicher funktionieren wird. Der einfache Beat und die minimalistische Melodie sind für das Tanzbein gemacht. Die Lyrics sind ebenso einfach gehalten. „I’m a fucking bass bitch. Bass in your face.“ und fertig ist der Clubsong.

No Love Song” hat schon etwas mehr Text und Melodie. Die beiden MusikerInnen bleiben dem Opener aber treu. Wieder Bassdrum, Bassline, Synthie, aber mal ohne Snaredrum. Somit wirkt der Song eher technoid. Dafür wurde bei Martins Backingvocals wieder etwas mehr in der Effektkiste gegriffen. Es geht in dem Song natürlich um eine Lügnerin, die niemals wirklich verliebt war. Der Titel ist also die lyrische rote Linie.

Feel This Beat“ ist ähnlich dem Titeltrack ein für die Tanzfläche geschriebener Song. Etwas schneller, aber mit ebenso minimalistischer Hook. „I want to see you move. I want so you dance. I want to see you on the floor.” und so weiter.

Die Band ES23 haben für „No Love Song“ einen Remix angefertigt, welcher sich eigentlich nicht wirklich so sehr vom Original unterscheidet. Beide Tracks könnten auch einfach zwei Versionen aus dem Studio sein, bei denen man sich nicht so recht für den besseren Mix entscheiden konnte. Der Remix klingt durch andere Synth- und Bassline etwas voller, aber eröffnet keine wirklich neue musikalische Perspektive gegenüber dem Original.

Abgerundet wird die EP mit einem Remix von „Bass Bitch“, welcher von Basszilla angefertigt wurde. Sein Stil ist sofort erkennbar. Der Mix geht also stark in Richtung EDM. Tatsächlich die krachigere Variante des Songs. Basszilla geben dem Ganzen mehr Biss und Coolness.

Insgesamt ist Basscalates Debut-EP keine sonderlich kreative Genre-Neuerung. Was sicherlich auch nicht der Ansatz war. Es ist einfach etwas düsteres und treibendes Electrogeballer von der Stange. Leider finde ich vor allem die Texte sehr langweilig und nichtssagend. Aussprache und lyrische Vielfalt erinnern eher an den Englischbaukasten aus der neunten Klasse. Kennt die geneigte HörerIn schon, weil so seit zwei oder drei Jahrzehnten getextet wird. Versteht mich nicht falsch. Die einfachen Textzeilen passen recht gut zu den Instrumentalen, aber warum nicht einfach auf Deutsch? Das hätte eventuell etwas mehr Pfiff gehabt, möchte ich meinen. Insgesamt würde mir die EP aber auch so in meiner Dark Electro Sammlung nicht fehlen. Was schade ist, denn die Produktion und der Sound sind sehr gelungen und sind auf den Punkt abgemischt. Es steckt also noch Potenzial in dem Projekt.

Erscheinungsdatum
19. Februar 2021
BAND/KÜNSTLER:IN
Basscalate
ALBUM
Bass Bitch
LABEL
DarkTunes Music Group
Unsere Wertung
6.1
WERBUNG (PROVISIONSLINK)
Basscalate – Bass Bitch
FAZIT
Insgesamt ist Basscalates Debut-EP keine sonderlich kreative Genre-Neuerung. Was sicherlich auch nicht der Ansatz war. Es ist einfach etwas düsteres und treibendes Electrogeballer von der Stange. Leider finde ich vor allem die Texte sehr langweilig und nichtssagend. Aussprache und lyrische Vielfalt erinnern eher an den Englischbaukasten aus der neunten Klasse. Kennt die geneigte HörerIn schon, weil so seit zwei oder drei Jahrzehnten getextet wird. Versteht mich nicht falsch. Die einfachen Textzeilen passen recht gut zu den Instrumentalen, aber warum nicht einfach auf Deutsch? Das hätte eventuell etwas mehr Pfiff gehabt, möchte ich meinen. Insgesamt würde mir die EP aber auch so in meiner Dark Electro Sammlung nicht fehlen. Was schade ist, denn die Produktion und der Sound sind sehr gelungen und sind auf den Punkt abgemischt. Es steckt also noch Potenzial in dem Projekt.
INHALT/KONZEPT
5.5
TEXTE
4.5
GESANG
6
PRODUKTION
8
UMFANG
7.5
GESAMTEINDRUCK
5
Leserwertung0 Bewertungen
0
POSITIV
Die Produktion ist dem Duo gut gelungen.
NEGATIV
Leider war das im Wesentlichen auch schon alles.
6.1
PUNKTE