Foto: Marta Kacprzak

Hania Rani – Tennen (Official Video)

Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir anhand des grauen und mit schweren Wolken verhangenen Himmels: der Sommer scheint auch nicht so richtig Bock zu haben auf dieses Jahr 2020. Ein Kind, das gerade irgendwo mit voller Hingabe über den Hof plärrt unterstreicht dieses merkwürdige Gefühl, das vom schwül-warmen Wetter und seiner eigenartigen Lichtstimmung verstärkt wird. Spontan hätte ich große Lust, irgendwo am oder auf dem Meer zu sitzen und den Wellen bei ihrem Spiel zuzuschauen. Mich und meine Gedanken einfach ziellos treiben lassen.

Nachricht eingetroffen ist. Ein Promo-Newsletter mit dem Hinweis auf „Tennen“, der aktuellen Single der polnischen Sängerin, Pianistin und Komponistin Hania Rani. Vor allem weist mich diese Mail auf das zugehörige Video hin, das von Tim Georgeson in Szene gesetzt und jüngst veröffentlicht wurde. Ein Klick bringt mich zu Youtube und schwupps – schon geht mein Wunsch wenigstens ein bisschen in Erfüllung. Ich bin nun wenigstens gedanklich am Meer. Hier ist übrigens das Video:

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Über „Tennen“, ein Begriff aus dem Japanischen, der den natürlichen Zustand der Dinge umschreibt, sagt Rani: „“Tennen“ ist die komplexeste, aber auch eine meiner Lieblingskompositionen aus meinem zweiten Album „Home“. Der Titel stammt von einem Ausdruck, den ich letztes Jahr in Japan gefunden habe. Ich bin auf den Ausdruck „Tennen“ bei einer Ausstellung über Tee-Zeremonien gestoßen. Im Japanischen bedeutet „Tennen“ den natürlichen Zustand der Dinge, so wie sie sind, ohne Zuneigung. Dieses Gefühl erklärt im Idealfall die Atmosphäre, die ich erreichen wollte, und beschreibt den natürlichen Fluss der Musik.

Auf die gleiche, natürliche Weise fand ich den Regisseur des Videos – Tim Georgeson. Es war April, und alle saßen während der Abriegelung in ihren Häusern fest, so auch ich.

Eines Tages erhielt ich eine Nachricht von Tim über sein Projekt namens „TRUTH IN FIRE“ in Australien. Wir hatten ein Gespräch zwischen Montreal und Warschau und beschlossen, nicht nur an seinem, sondern auch an meinem Projekt zusammenzuarbeiten. Ich bat ihn, eine visuelle Version eines meiner Lieblingssongs aus dem Album zu entwickeln, und Tim fügte dem Ganzen mit Freuden seine künstlerische Note hinzu.

ungewöhnlichen und unangenehmen Situation, in die uns die Pandemie gebracht hat, und wie wir versuchen können, trotz ungünstiger Umstände etwas zu erreichen. Die Welt ist klein, und was sie noch „kleiner“ macht, ist die Kunst und der Wille, Dinge gemeinsam zu tun, egal wie verschlossen wir sind. Ich weiß es wirklich zu schätzen zu sehen, wie andere Menschen meine Musik fühlen und wahrnehmen und wie ein Lied einen ganz neuen Strom von Bildern und Verbindungen zwischen Menschen auslösen kann.