Foto: Michael Kanzler / Music Evangelists

Konzertbericht: Gloria am 10. Oktober 2015 im Pavillon, Hannover

Ein schöner Abend mit Mark und Klaas in der niedersächsischen Landeshauptstadt

Erst Anfang August veröffentlichten GLORIA ihr neues Album „Geister“, das auch Namenspate für die Tour der Band 2015 steht. Das Album hat hat uns bereits vom musikalischen Können GLORIAs überzeugt, gestern Abend gab die Band um den Oldenburger Klaas Heufer-Umlauf ihr Live-Gastspiel in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Ein triftiger Grund also, sich auch von der Live-Performance der sechs Musiker überzeugen zu lassen. Unsere eigene „Performance“ wurde leider im Vorfeld durch Bronchitis und Elektronik-Probleme geschwächt und so machte ich mich gestern ohne Roman auf den Weg in den Pavillon Hannover.

Bereits um kurz nach 18 Uhr versammelten sich die ersten Gäste vor dem Pavillon auf der Lister Meile. Stehen die bei der Kälte alle schon für GLORIA an, fragte ich mich. Nun ja, die Turnbeutel mit GLORIA-Aufdruck gaben mir den benötigten Hinweis, ja, tun sie. Um 19 Uhr ging es dann endlich ins Warme und der Saal füllte sich sehr schnell. Direkt vor der Bühne drängten sich Teenies dicht an dicht, weiter außen und in den hinteren Reihen die etwas älteren Semester, insgesamt bestand das GLORIA-Fanvolk in Hannover aus einem sehr heterogenen Altersmix, soll heißen: GLORIA verbindet Generationen.

Foto: Michael Kanzler / Music Evangelists

Fast pünktlich um 20 Uhr wurde es dunkel im Saal und Ben Galliers betraten die Bühne, um das Publikum auf den musikalischen Abend einzustimmen. Ben, der seit über 15 Jahren in Deutschland lebt, hat nach eigenen Angaben die letzten beiden freien Plätze im Tourbus von GLORIA ergattert, weshalb er die ursprünglich für vier Musiker arrangierten Songs vom neuen Album „Calm Seas Don’t Make Good Sailors“ nur mit einem weiteren Bandkollegen in Hannover darbieten konnte. Mit musikalischem Können und seinem charmanten britischen Akzent hatte Ben kaum Mühe, das Publikum für die nächsten knapp 40 Minuten auf GLORIA einzustimmen.

Nach kurzer Umbaupause ging es gegen 21 Uhr mit dem eigentlichen Grund meines Besuchs in der verbotenen Stadt weiter. Mark TavassolKlaas Heufer-Umlauf und Band betraten unter Applaus die Bühne und legten auch gleich los. „Der Pilot“ sollte den Fans kurz die Gelegenheit geben, sich aufzuwärmen, denn mit „Ohne Träume“ gab es auch in der letzten Reihe kein Halten mehr. Wer genug Platz in der vollen Halle hatte, schwang die Hüften. Eine gelungene Mischung aus Songs der beiden GLORIA-Alben bescherte dem Publikum einen unterhaltsamen Abend. Die Zeit zwischen den Songs nutzte Klaas für die ein oder andere Spitze gegen Fernseh-„Kollegen“ („Typen, die man am liebsten wieder ‚Siezt‘“), eine ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland oder auch die niedersächsische Landeshauptstadt („Die Stadt der Dichter und Denker und Frank H. [Präsident eines Motorradclubs]“). Er redet halt Klartext, der Klaas, und dafür liebt ihn sein Publikum umso mehr. Bleibt zu hoffen, dass Klaas dem Twitter-Fan, der sich „Haut“ für den Abend mit seiner Holden gewünscht hatte, mit seiner Offenheit nicht die Tour vermasselt hat (Besucher:innen des Konzerts wissen worum es geht).

Foto: Michael Kanzler / Music Evangelists

Die Zeit verging leider wie im Flug und nach knapp einer Stunde verließen GLORIA die Bühne zum ersten Mal, um dann für einige Zugaben noch einmal zu erscheinen. Stimmt, meinen Lieblingssong „Geister“ hatten sie ja noch gar nicht gespielt und was wäre eine Tour ohne ihren Titelsong. Mit „Gute Nacht“ entließen uns GLORIA nach 16 Titeln dann endgültig in die kalte Herbstnacht. Zurück blieb die wohlige Wärme, ein schönes Konzert erlebt zu haben.

Foto: Michael Kanzler / Music Evangelists